Was ist PBSP?

Pesso Boyden System Psychomotor.

Al Pesso und seine Frau Diana Boyden haben diese körperorientierte Psychotherapie in den 60er Jahren ins Leben gerufen. Sie gehen davon aus, dass für alle Menschen die Entwicklung der Erfüllung der Grundbedürfnisse: Platz (genug Raum um sich entfalten zu können, willkommen sein bei den Eltern, auf der Erde); Schutz; Nahrung (auch emotionale); Unterstützung und Grenzen (genug gelernt, gearbeitet) wichtig sind. 

Die zweite grundlegende Entwicklungsaufgabe bei denen Kindern die Unterstützung und Hilfe von Eltern brauchen, ist die Integration ihrer Polaritäten. (Zusammenführung von mütterlicher und väterlichem Erbgut; neurologischer Polarität; sensorischer und motorischer; Geben und Nehmen; symbolische Integration von Männlich- und Weiblichkeit.)

Im weiteren ist wichtig, dass das Bewusstsein, die Autonomie, die Sprache, das Benennen, Erlauben und Integrieren der Gefühle von den Eltern gefördert werden. 

Wir alle haben nicht die idealen Eltern. Die idealen perfekten Eltern gibt es nicht. Deshalb hat jeder von uns gewisse Dezifite. Einige weniger andere mehr. 

Das zeigt sich, wie verbunden wir uns mit anderen fühlen. Wie oft wir uns in der Gegenwart unverstanden fühlen, unwohl, gebremst in Situationen, es „Triggerpunkte“ gibt, die bei uns was auslösen. Sie denken vielleicht sie sollten anders sein, selbstbewusster auftreten, schon viel weiter in Ihrer Karriere. Es holt sie immer wieder in, dass Sie nicht befördert werden. Dass Ihr Chef Sie wie ein Dienstmädchen behandelt. Oder dass Sie gar nicht anders können als immer Ihre Hilfe anzubieten obwohl Sie sehr erschöpft sind. Es geht bereits Richtung Burnout. Vielleicht haben Sie innere Antreiber in sich wie: Sei perfekt, sie stark, sei schnell, gefalle allen, streng Dich an, sei vorsichtig… Vielleicht haben Sie innere Einschärfungen in sich, wie: Sei nicht, sie erwachsen, bleib ein Kind, sie nicht erfolgreich, sie krank, sie anders, denk nicht, fühl nicht, komm nicht nahe, ….

Es gibt Menschen, die als Kinder zu früh für andere Menschen Verantwortung übernommen haben. Die zu wenig Kind sein konnten. Pesso nennt dies Holes in roles. 

Es gibt Menschen die Traumas erlebt haben. 

All dies hat uns geformt und lässt uns die Gegenwart mit dieser Prägung sehen. Mit der Brille der Vergangenheit. Unsere Sicht ist getrübt/gefärbt mit Assoziationen und Erinnerungen. Dies würden wahrscheinlich einige bejahen und doch geschieht es im Moment, in der Situation unbewusst und unkontrolliert. 

Wenn wir Beziehungsprobleme haben, sind das immer Punkte, die wir schon von früher her kennen. Auch wenn uns das nicht bewusst ist. Unser Partner drückt oft auf einen schmerzhaften Punkt, den schon unsere Eltern oder sonstige frühen nahen Bezugspersonen uns stückweise zugefügt haben. Und jedes Mal wenn wir auf einen neuen Menschen treffen, sind wir enttäuscht, wenn dieser unsere Wunden wieder aufreisst. Aber die Wunden werden in Begegnungen immer wieder schmerzen, weil ihre Heilung in der Vergangenheit liegen sollte. 

Al Pesso hat eine Methode entwickelt, dass eine neue zusätzliche Erfahrung erlebt werden kann. Es kann sozusagen im nachhinein eine neue passende Vergangenheit kreiert werden. Er nennt dies Struktur. Zu Anfang der Sitzung vereinbaren der Therapeut und Klient, dass es zu einem positiven Abschluss kommt. Das ist wichtig und dies liegt auch in der Verantwortung des Klienten. Es ist nicht gesund alte Schmerzen zu retraumatisieren. 

Mit einer langsamen Heranführung durch “Bezeugen” der Gefühle und des gesagten Kontextes des Klienten kommt der Therapeut stückweise in die Richtung zu Fragmentfiguren und/oder idealen Personen, welche der Klient im Jetzt und früher gebraucht hätte. Der Klient weiss ganz genau was für ihn passt und er gebraucht hätte. Der Therapeut arbeitet im Tempo des Klienten und schaut, dass dieser zu einer ergänzenden neuen erfreulichen Erfahrung kommt. Die neue stimmige Erfahrung speichert der Klient im Gehirn, im Körper, in Bildern, im Gehör vielleicht auch in Geschmack oder Duft ab. Auf diesem Kanal auf dem er am empfänglichsten ist. In der Regel ist dies vorallem visuell, akustisch und körperlich und er erfährt so eine Erleichterung und Entspannung, welche er körperlich memorieren kann. 

Da unser Gehirn nicht unterscheiden kann zwischen realer Erfahrung (was wir im Leben wirklich erfahren) und einer fiktivem Erlebnis, ist dies eine sehr hilfreiche Art, das zu bekommen, was gefehlt hat oder zuviel war. Es fühlt sich für unser kognitives Gedächtnis und unser körperliches Erinnerungsvermögen gleich intensiv prägend an wie wenn wir es wirklichkeitsgetreu erleben würden. 

Diese neue Körpererfahrung (wie hat sich das im Körper angefühlt, als ich das bekommen habe, was ich gebraucht hätte) und Erinnerungsfähigkeit auf dem Denken betreffend, können im Alltag abgerufen werden. Sie führen dazu, dass man sich wohler, freier, kreativer, mutiger, freudiger, autonomer, verbundener, selbstbewusster, zufriedener, ausgeglichener, entspannter, hoffnungsvoller, mehr sich selbst im Leben fühlt. 

 

Während meiner Ausbildung kostet eine Struktur im Einzelsetting CHF 60.00.